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Druckerei in dritter Generation
Familienbetrieb Thomas Panzig produziert nach internationalem Standard

Greifswald-Hell und freundlich sind die Räume im neuen Druckhaus, Fensterrahmen, Türen und viele Möbelstücke sind blau abgesetzt. Der Drucksaal ist aufgeräumt und sauber, fast clean. Wo man hinschaut, im Druckhaus Panzig herrscht mustergültige Ordnung. Vorbei die Zeit, als Setzmaschinen ohrenbetäubend hämmerten, Druckplatten aus Bleilettern zusammengepfriemelt wurden und das Ganze eine ziemlich schmierige Angelegenheit war. Heutzutage beherrschen Computer die Szene, die Finger bleiben sauber. "Wenn ich Schulklassen oder Projektgruppen durch die Druckerei führe, kriegen die Kids solche Kulleraugen und staunen, wenn sie die alten Buchstaben aus Blei und Holz sehen", erzählt Thomas Panzig, Inhaber und der gleichnamigen Druckerei, die nun schon in dritter Generation von der Greifswalder Familie betrieben wird.
"Die Frage kann man schon stellen, ob wir noch ein Handwerksbetrieb sind oder bereits ein Industrieunternehmen", sinniert der Chef. Nur noch in der Buchbinderei werde einiges per Hand gemacht.
"In den letzten zehn Jahren hat die Druckindustrie eine rasante Entwicklung genommen." Den Beruf eines Setzers gäbe es gar nicht mehr: Panzigs Lehrling nennt sich offiziell Werbegestalter für Digital- und Printmedien. Das hätte sich der einstige Gründer der Panzigschen Buchdruckerei im Jahre 1876 nicht träumen lassen. Schon gar nicht, dass der jetzige Chef des Unternehmens das alte Druckhaus in der Loefflerstraße aufgibt und für knapp drei Millionen Mark eine moderne Druckerei inklusive Maschinen und Anlagen am Rande der Stadt errichtet und seinen nunmehr zwanzig Angestellten beste Arbeitsbedingungen schafft. Und schon wieder Pläne für einen Anbau verwirklichen will. "Ein Sammelhefter, der für die Broschurproduktion benötigt wird, braucht Platz", erläutert der 45-Jährige.
Als erste Druckerei in Mecklenburg-Vorpommern werde er das sogenannte CTP-System (Computer to Plate) einführen, die digitale Druckplattenherstellung. "Die Film-Belichtungsstufe zur Herstellung der Druckplatten entfällt", erklärt Panzig den Vorteil. Die Daten würden unmittelbar auf die Platten übertragen, im Farbbereich erhielte man eine brilliantere Auflösung bei den Farbbildern. "Ein richtungsweisender Schritt hin zu noch besserer Qualität, was besonders Werbeagenturen schätzen."
Qualität wird groß geschrieben bei Thomas Panzig und seinen Mitstreitern. Ob einfache Formulare, bunte Broschüren, dicke Bücher oder Plakate - die Druckerei arbeitet nach internationalem Standard, der ISO 9002. Dem Unternehmen wurde nach einjähriger, aufwendiger Vorbereitung dieses Zertifikat verliehen. Es bescheinigt der Firma die Druckherstellung nach modernsten Qualitätsmanagement-System, das die Zufriedenheit des Kunden an erster Stelle setzt. Dem untergeordnet wird die Arbeitsweise: tägliche Analyse der Ergebnisse, systematische Fehler- und Mängelbeseitigung, klare Informations- und Arbeitsabläufe. "Jeder Mitarbeiter steht für sein Produkt gerade, prüft es, unterschreibt für seine Qualitätsgerechtigkeit und gibt es dann erst weiter", erläutert Thomas Panzig. Jeder sei von der Arbeit des anderen abhängig. "Einer für alle, alle für einen!"
Quelle: Grit Benke - Ostsee-Anzeiger Hansestadt Greifswald am 02.Februar 2000
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