Familienbetrieb auf Erfolgskurs
Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich beim Druckhaus Panzig ständig erhöht.
Investitionen sind ein Schlüssel zum Erfolg.
Inzwischen hätte er gelernt, nachts ruhig zu schlafen. Das sei nicht immer der Fall gewesen,
sagt Thomas Panzig, der 1988 die Druckerei von seinem Vater für 100 000 DDR-Mark gekauft hatte.
Gleich nach der Wende entschied sich der gelernte Setzer für größere Anschaffungen.
„Innerhalb weniger Monate haben wir die Technik komplett umgestellt“, erinnert er sich. Ein
risikoreiches Unterfangen war das, jedoch auch eines, das sich als richtungsweisend herausstellen sollte
Zehn Mitarbeiter hatte der Familienbetrieb kurz nach der Wende. Heute sind es 27. Zwei von ihnen
wurden erst Anfang dieses Jahres eingestellt. 2004 begannen außerdem erstmals zwei Lehrlinge gleichzeitig
ihre Ausbildung. Einer erlernt den Beruf des Offset-Druckers, der andere den des Buchbinders für die
industrielle Weiterverarbeitung. Auch der Umsatz konnte über die Jahre stetig gesteigert werden: 1996
lag er beispielsweise bei 1,4 Millionen Mark, 2004 bei 1,8 Millionen Euro. Allein gegenüber 2003 stieg
der Umsatz um zehn Prozent, wie der Geschäftsführer sagt. Er bilanziert: „Die allgemeine Wirtschaftsflaute
hat uns nicht so getroffen.“
Der Schlüssel zum Erfolg? Thomas Panzig muss nicht lange überlegen: „Mut zu investieren.“ Kontinuierlich
habe er das getan, zuletzt in Größenordnungen im vergangenen Jahr: Im September 2004 ging eine
Sechs-Farben-Druckmaschine plus Lack für 1,6 Millionen Euro in Betrieb. Diese zahle sich bereits
jetzt aus: Der Kundenstamm wachse unter anderem weiter aufgrund der modernen Technik, die eine besondere
Qualität erlaube. Thomas Panzig sagt: „Farbig und bunt drucken können viele, veredeln und damit das Produkt
aufwerten nur wenige.“ Formulare, Faltblätter, Broschüren, Bücher, Eintrittskarten oder aber Plakate – die
Produktpalette des Familienbetriebes, der 1905 in den Besitz von Thomas Panzigs Großvater Emil ging, ist vielfältig.
Zu den Kunden zählen Unternehmen, Ministerien oder aber Verlage. Sie kommen längst nicht mehr nur aus Greifswald,
sondern aus ganz Mecklenburg-Vorpommern, teilweise sogar bis aus Süddeutschland. „Andernfalls könnten wir nicht
überleben“, weiß er. Bis zu 30 Angebote schreibt Thomas Panzig täglich, etwa zehn Prozent hätten Erfolg. Die
Ausweitung des Marktes ist Segen – jedoch manchmal auch Fluch, sagt der Chef: „Auch wir konkurrieren um Aufträge
mit Druckereien aus dem gesamten Bundesland.“
Doch davon lässt sich der 50-Jährige nicht schrecken. 1998 baute das Unternehmen seinen neuen Sitz am Studentenberg
im Industriegebiet Herrenhufen Süd und verließ die angestammten Räumlichkeiten in der Loefflerstraße. „Die waren zu klein
geworden“, erzählt Thomas Panzig. Bereits 2000 wurde der Komplex erweitert. Neue Maschinen erhielten ihren Platz.
„Mittlerweile ist es so eng, dass ich schon wieder anbauen könnte“, sagt der Chef.
Doch das sei bislang nicht geplant – und auch für ihn nicht so einfach zu entscheiden. Für jede größere Investition
müssten Ehefrau Ute, die für die Finanzen verantwortlich ist, und Sohn Martin ihr Einverständnis geben. Letzterer hat
inzwischen seinen Meister als Drucktechniker gemacht und soll eines Tages den Betrieb in vierter Generation übernehmen:
Eine Tatsache, die den Vater freut, die ihn aber hin und wieder doch ein wenig unruhig schlafen lässt: „Tradition bedeutet
auch Verantwortung.“
Quelle: Kerstin Hebeler - Ostsee-Zeitung vom 13. Januar 2005
zurück zur Presseübersicht